Seit Ende 2025 befinden sich die Aktienkurse der großen Softwareanbieter im Sinkflug. SAP, Salesforce und Workday verloren binnen eines Monats über 15 Prozent, RELX an einem einzigen Handelstag rund 12 Prozent, Wolters Kluwer etwa 10 Prozent. Grund dafür ist eine These unter den Anlegern: KI-Agenten würden Geschäftsprozesse bald eigenständig abwickeln und damit komplexe Software überflüssig machen. Vibe Coding liefere Code so schnell, dass Unternehmen ihre Systeme selbst nachbauen. Und übernähmen Agenten die Arbeit der Mitarbeitenden, bräche der Bedarf an Nutzerlizenzen und damit das Geschäftsmodell der Anbieter weg [1].
Diese Argumentationskette ist zwar nachvollziehbar, greift jedoch zu kurz. Denn die Marktkennzahlen bleiben robust, der Umsatz der Branche wächst weiter um elf bis zwölf Prozent pro Jahr, und die Profitabilität etablierter Anbieter ist weiterhin stabil. Die KI-Welle trifft zudem nicht jede Software gleich. Verwundbar sind punktuelle, Content-getriebene Lösungen mit ge...
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